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Gruppenfoto der Teilnehmer, Betreuer und Trainer nach dem Pilotlehrgang bei der LWV Rappertshofen.  Foto: Timo PlankenhornGruppenfoto der Teilnehmer, Betreuer und Trainer nach dem Pilotlehrgang bei der LWV Rappertshofen. Foto: Timo Plankenhorn

Projekt N.E.I.N. bietet auch für lern- und körperbehinderte Teilnehmer ein spezifisches Selbstbehauptungs-/verteidigungstraining an. Gerade für diesen Personenkreis ist ein solches Training zweckmäßig und sinnvoll, da Studien bewiesen haben, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen (insbes. Mädchen und Frauen) prozentual gesehen besonders häufig Opfer von (sexuellen) Übergriffen sind.

Selbstschutztraining ist für Rollstuhlfahrer ohne Weiteres möglich  Foto: Timo PlankenhornSelbstschutztraining ist für Rollstuhlfahrer ohne Weiteres möglich Foto: Timo Plankenhorn

Strukturelle Gewalt, die die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung einschränkt, erleichtert es Täterinnen und Tätern (sexuelle) Gewalthandlungen zum Beispiel im Rahmen der medizinischen Behandlung und Pflege zu begehen. "Körperliche und geistige Schwäche bzw. Hilflosigkeit erhöhen in den Augen der Täter die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Betroffenen kaum gegen Übergriffe behaupten können (Olweus 1997)". Die stets selektiv vorgehenden Täter werden durch die Angst der Opfer zu immer schwerwiegenderen Übergriffen ermutigt - wodurch es zu einer sich immer stärker verfestigenden Opferrolle bei den Betroffenen kommt.

(Sexuelle) Gewalt benennen zu können und Personen zu finden, die ihnen glauben und sie unterstützen, wird gerade Kindern und Jugendlichen dadurch erschwert, dass ihnen aufgrund ihrer Behinderung häufig eine eigene Sexualität / eigene Selbstbestimmung abgesprochen wird.

 

Sich wehren können ist bei körperlichen Übergriffen auch für Menschen mit Handicap wichtig.  Foto: Projekt N.E.I.N.Sich wehren können ist bei körperlichen Übergriffen auch für Menschen mit Handicap wichtig. Foto: Projekt N.E.I.N.

Wir treten dem entschieden entgegen, indem durch gezieltes Training

+ körperliche Erfolgserlebnisse geschaffen werden

+ über verbale, körperliche, strukturelle und sexuelle Gewalt aufgeklärt wird

+ das "Nein-Sagen" in Alltags- und speziellen Situationen geübt wird

+ das selbstbewusste Auftreten unter Einsatz von Stimme, Mimik und Gestik geschult wird

+ Selbstverteidigung im möglichen Rahmen trainiert wird.

 

Das Lerntempo unserer Kurse wird hierbei den einzelnen Gruppen individuell angepasst. Ebenso ist der Grundsatz, dass "die Technik an den Trainierenden angepasst werden muss" (anstatt umgekehrt) für uns selbstverständlich. Mit Geduld und Gelassenheit erarbeiten wir individuell machbare Techniken für jeden einzelnen Teilnehmer.  Alle Gruppentrainings finden bei Ihnen vor Ort statt.

 

Ziele des Selbstschutztrainings für Menschen mit Behinderung:

Für Teilnehmer:

Ziel ist, die Teilnehmer in ihrer Selbstbestimmung zu fördern und ihnen zu vermitteln, dass sie das Recht haben, sich zu wehren und sich jemandem anzuvertrauen, bzw. sich Hilfe zu holen.

Für Lehr-/Betreuungspersonal:

Ziel ist, sie für die Thematik zu sensibilisieren und sie zu motivieren, sich aktiv mit den Themen Grenzverletzungen, sexuelle Belästigung und körperliche Gewalt gegen Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Verteidigung unter Zuhilfenahme von Gegenständen     Foto: LWV RappertshofenVerteidigung unter Zuhilfenahme von Gegenständen Foto: LWV Rappertshofen

 

Erfahrungen der Bundesorganisationsstelle für Frauen mit Behinderung zeigen, dass

 „Mädchen und Frauen mit Behinderung, die an einem Selbstbehauptungs- / Selbstverteidigungskurs teilnehmen, selbstbewusster und durchsetzungsfähiger werden. Sie erkennen viele Alltagssituationen, die sie vorher widerspruchlos hinnahmen, als Formen von Gewalt und lernen, sich dagegen zu wehren.“ 

 

Quelle: Infoblatt 06/2001    > hier klicken

> hier zur Broschüre "Wege aus der Gewalt"

> hier zum Presseartikel des GEA zum Kurs

 

Teilnehmer des Pilotkurses bei der Bruderhausdiakonie Reutlingen.  Foto: BruderhausdiakonieTeilnehmer des Pilotkurses bei der Bruderhausdiakonie Reutlingen. Foto: Bruderhausdiakonie